Rosemeyer erzielt sieben Dreier beim 87:53 in Bochum

Auch ohne zwei ihrer Stammkräfte haben die Hurricanes ihr Auswärtsspiel in Bochum gewonnen. Einziger Wehrmutstropfen: Melda Tölle musste verletzt raus.

Scheeßel – Das war so nicht unbedingt zu erwarten gewesen: Die Zweitliga-Basketballerinnen der Avides Hurricanes haben die Corona-Pause sowie den Ausfall ihrer beiden Stammkräfte Pia Mankertz (Sprunggelenksverletzung) und Andrea Baden (privat verhindert) gut weggesteckt und beim erstarkten Aufsteiger VfL AstroLadies Bochum einen deutlichen 87:53 (41:23)-Sieg eingefahren. Beste Scorerin des nur achtköpfigen Teams war mit 28 Punkten Leonie Rosemeyer. Allein sieben Dreier erzielte die 22-jährige Flügelspielerin für den Tabellenvierten, vier davon im Schlussviertel.

Der Hallen-DJ in der Bochumer Rundsporthalle – gleich neben dem Stadion – scheint eine Old-School-Vorliebe zu haben. In jeder sich bietenden Spielpause erklangen einige Takte populärer Songs aus den Achtzigern und Neunzigern – Wolfgang Petrys „Wahnsinn“ und Opus´ „Live is life“ inklusive. „Und man muss, wenn man hier ist, wohl auch mindestens einmal Grönemeyer spielen“, bemerkte Hurricanes-Coach Christian Greve schmunzelnd, um zu ergänzen: „Meine Musik ist es nicht so.“

Die Musik auf dem Feld gaben zunächst ebenfalls die Bochumerinnen an. Bereits in der vierten Minute erzielte Lucie Friedrich die 10:0-Führung. Es schien, als könnten die personell reduzierten Hurricanes im Kampf um die Play-off-Plätze Boden verlieren. „In den ersten Minuten bin ich noch nicht nervös“, meinte Greve und wechselte neben Michelle Schischkov mit Janina Schinkel und Melda Tölle zwei Spielerinnen ein, die an vorderster Stelle „energisch verteidigen und gleich ein Zeichen gesetzt haben“, erklärte der Coach. Als sein Team die von Bochum vorgegebene Physis annahm, fand es auch zunehmend besser ins Spiel, glich durch Anacia Wilkinson aus und übernahm durch Mirja Beckmann noch im ersten Viertel die Führung – 16:14 (10.).

Greve gefällt die Turnover-Bilanz nicht

Im zweiten Viertel sollten die Hurricanes schließlich den Grundstein für den Sieg legen. Bis auf 19 Punkten zogen sie davon und gingen mit einem beruhigenden 41:23 in die Halbzeit. „Dieses Spiel hat wirklich gezeigt, dass wir Schritt für Schritt immer mehr zusammenfinden“, stellte Greve fest. Zumal der VfL Bochum trotz des zehnten Tabellenplatzes schon mehrfach gezeigt hatte, zu was er imstande ist. Erst eine Woche zuvor hatte er die ChemCats Chemnitz von der Spitze gestürzt. Gegen die Hurricanes fehlte allerdings mit Kimberly Pohlmann auch eine Leistungsträgerin. „Ich hätte aber tatsächlich mehr Widerstand von Bochum erwartet“, gestand Greve. Dass dem nicht so war, lag auch daran, dass sein Team die Amerikanerin Sarah Olson „gut aus dem Spiel rausgenommen und ihr auf den Füßen gestanden“ hat. Auf lediglich zwei Punkte kam sie.

Was Greve weniger gefiel, war die Turnover-Bilanz. Immerhin 17 Ballverluste tauchten in der Statistik auf. „Die haben wir aber durch unser Ball-Movement ausgeglichen“, merkte der Coach an. Nach einem fast ausgeglichenen dritten Durchgang hatten beide Seiten im letzten Viertel dann zunehmend mehr Freiräume. Die Hurricanes nutzen diesen zu gleich sieben Dreiern. Rosemeyer erzielte drei am Stück und setzte aus der Distanz auch das Schlusszeichen in diesem Spiel – 87:53. Schmerzhaft endete die Partie derweil vorzeitig für Melda Tölle, die zu Beginn des letzten Viertels auf die Schulter gefallen war und fortan auf der Bank blieb. „Das ärgert mich total“, bemerkte der Coach, der seiner Aufbauspielerin gerne weitere Spielzeit gegeben hätte.

(Freese, Rotenburger Kreiszeitung)

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