Offenkundigen Vorteil nicht genutzt

Die Hoffnung auf Konstanz platzt mal wieder: Basketball-Zweitligist ASC Mainz verliert bei den keinesfalls übermächtigen Metropol Baskets Schwabach mit 71:83.

Schwabach. Google Maps wird den Zweitliga-Basketballerinnen des ASC Mainz auf ihrer Suche nach Konstanz nicht helfen. Die muss sich das Team von Trainer Andre Negron schon selbst erarbeiten, um dem steten Auf und Ab ein Ende zu setzen – und um starke Leistungen wie die bei der Overtime-Niederlage gegen die Rhein-Main Baskets auch gegen schwäche Kontrahentinnen zu bestätigen und Punkte für den Klassenverbleib zu ergattern.

Im Spiel bei den Metropol Baskets Schwabach misslang dieses Vorhaben. Und nach der 71:83 (48:57, 33:38, 14:18)-Niederlage steht der ASC dort, wo er unter keinen Umständen hinwollte: auf dem neunten Tabellenplatz, der am Saisonende in die Play-downs führen wird. „Ich habe die ganze Zeit mantramäßig davor gewarnt, dass uns das bei diesem engen Mittelfeld mit zwei Niederlagen hintereinander passieren kann“, sagt Sportvorstand Dominique Liggins.

Jetzt weist das Team erstmals in dieser Spielzeit eine negative Bilanz auf. „Und ich fürchte, es wird schwieriger, den neunten Platz wieder zu verlassen, als dorthin abzurutschen“, sagt Liggins. „Nächsten Samstag müssen wir Dillingen schlagen, sonst sind die auch an uns dran.

Im zweiten Viertel Wende verpasst

Die Niederlage in Schwabach war umso ärgerlicher, als die Gegnerinnen selbst kein sonderlich gutes Spiel gemacht hatten. Zwar taten Yvette Adriaans mit 21 Punkten und Anna Furmann mit 20 Punkten, insbesondere aber herausragenden 21 Rebounds dem ASC weh. „Aber das hätten wir verkraften können“, sagt Liggins.

Darauf deutete das zweite Viertel hin, als Leonie Elbert die Gäste mit 23:20 in Führung brachte oder Alexandra Berry von der Freiwurflinie das 27:25. Es gelang den ASC-Frauen jedoch nicht, den Vorsprung zu behaupten. Zur Pause lagen sie mit fünf Punkten hinten, im dritten Durchgang wuchs der Rückstand auf bis zu 15 Zähler an. „In unserer guten Phase hat Schwabach Probleme bekommen, aber wir haben uns durch technische Unsauberkeiten selbst wieder rausgebracht“, monierte Liggins.

Schwer nachzuvollziehen war, warum die Mannschaft nicht stärker die offenkundigen Vorteile nutzte, die Berry unterm Korb besaß. Im ersten Viertel brachten ihre Mitspielerinnen die Kanadierin immer wieder in freie Abschlusssituationen, mehrere Gegnerinnen gerieten in Foultrouble – „aber wir haben das nicht konsequent durchgezogen. Das wäre wirkungsvoller gewesen, als beispielsweise Leonie Elbert in Zeitnot zu bringen und zu Würfen zu zwingen, die nicht gut vorbereitet waren.“

Dötsch muss erneut unters Messer

Neben dem Reboundverhältnis von 39:57 war denn auch die Schussquote mal wieder ein Thema – so viel Konstanz immerhin weist das Mainzer Spiel in dieser Saison auf. „Wenn wir Probleme mit dem großen Ganzen haben, müssen wir uns wenigstens damit befassen, dass die Quote nach oben geht“, wünscht sich der Manager.

Etwas Nachsicht üben müsse man freilich aufgrund der Ausfälle von Alina Dötsch und der gegen RMB extrem aggressiv verteidigenden Kristin Kostadinova, räumt Liggins ein. Nur: Die Mannschaft muss damit zurechtkommen, den Rest der Hinrunde ohne diese beiden zu bestreiten. Kostadinova wird dem Vernehmen nach weder am Training noch an Spielen teilnehmen, bevor sie nicht die zweite Coronaimpfung erhalten und den vollen Impfschutz erlangt hat.

Und Dötsch, die gehofft hatte, nach ihrem Nasenbeinbruch möglichst schon nächsten Samstag mit Maske mitwirken zu können, muss sich einer zweiten Operation unterziehen. Liggins: „Damit wird Alina vor Weihnachten wohl nicht mehr zur Verfügung stehen.“

Dieser Artikel erscheint mit freundlicher Unterstützung von Sport aus Mainz.