Angels OUT

Bild: Martin Fürleger
Text: Thomas Lambertz

0:0 zeigte die Matchstatistik des Pokalviertefinalspiels der Eigner Angels beim Deutschen Meister und Pokalsieger von 2021, den Rutronik Stars in Keltern, nach 40 Spielminuten an. Dabei ist nicht der Spielausgang gemeint, denn der war aus Nördlinger Sicht mit 53:91 wie das gesamte Spiel ernüchternd. Zudem gingen die Rieserinnen weder einmal in Führung (0) noch gelang es ihnen in der gesamten Spielzeit, den Anschluss oder gar Ausgleich (0) zu schaffen. Eigentlich gelang den Angels an diesem Abend gar nichts. Von wegen der Pokal habe seine eigenen Gesetze.
Aufgrund der zuletzt gezeigten Leistungen gegen die Topteams der Liga ist man mit etwas Hoffnung ins Württembergische gereist. Die Angels den Favoriten ärgern, eine ähnlich gute Performance aufs Parkett bringen, wie man es gegen Freiburg, Hannover, Herne oder die Rheinland Lions gezeigt hat. Doch die Stars aus Keltern waren gewarnt. Es hatte sich herumgesprochen, dass mit den Kraterbasketballerinnen eine ambitionierte Einheit anreist, die sich durchaus das Erreichen der Pokalendrunde als Saisonziel gesetzt hat. Doch gegen die Eurocupmannschaft von Coach Christian Hergenröther hatten die Damen aus Nördlingen an diesem Abend nicht den Hauch einer Chance. 22:8 ging das erste Viertel an die Hausherrinnen. Coach Tony Imreh nahm dieses Viertel später auch auf seine Kappe, da er sein Team in den Anfangsminuten falsch eingestellt habe. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Denn insgesamt war die Vorstellung der Nördlingerinnen wenig herzerfrischend. Gegen eine allerdings physisch und individuell sehr starke und gut eingespielte Kelterner Truppe.
Im zweiten Viertel dann so etwas wie ein Lichtblick. Nördlingens finnische Nationalspielerin Anissa Pounds erzielte drei ihrer insgesamt fünf Dreier und 13 Punkte. Dumm für die Nördlinger, dass Kelterns Neuzugang und kanadische Nationalspielerin Shaylisha Colley in ihrem zweiten Spiel für den deutschen Meister all ihre Schüchternheit ablegte und den Gästen 14 Punkte einnetzte. Im direkten Duell mit ihrer Nördlinger Landsfrau Sami Hill hatte sie an diesem Abend mit Abstand die besseren Werte, konnte aber auf eine wesentlich breitere Unterstützung ihres Teams zählen. Das Auftreten des Tabellenvierten war so dominant, dass Colley in der zweiten Halbzeit überhaupt nicht mehr punkten musste und im letzten Viertel geschont werden konnte.
Von Schonung für den Tabellenneunten aus dem Ries konnte keine Rede sein. Man fühlte sich an die Geschichte vom Hasen und Igel erinnert. Überall wo eine Angelspielerin auftauchte war ein Stern im Weg, für jeden hart erkämpften Punkt der Nördlingerinnen gab es gleich mehrere von ihren Kontrahentinnen zurück. Das Halbzeitergebnis von 49:31 übertünchte dabei ein fast ausgeglichenes zweites Viertel, welches die Gäste nur knapp mit 23:27 verloren. Über ein 16:11 im dritten Viertel ging es in das letzte Viertel, welches beide Trainer im Anblick des deutlichen Spielstands nutzten, ihre deutschen Jugendspieler einzusetzen. Erwähnenswert dabei die 22-jährige Linn Schüler.
In gut 14 Minuten Spielzeit tütete sie den Rieserinnen drei Dreier bei 100% Trefferquote ein und erzielte 12 Punkte. Dem hatten die Nördlingerinnen an diesem Abend nichts entgegenzusetzen und verloren letztendlich auch verdient in der Höhe mit 91:53 und müssen sich von einem ihrer Saisonziele, der Endrunde um den deutschen Basketballpokal, verabschieden.
Ein positiver Aspekt des Abends: das Pokalspiel war für die Eigner Angels der Abschluss einer gnadenlosen Serie gegen die besten fünf Teams der Liga. Zumindest vom Tabellenplatz her sind bei den kommenden Spielen die Favoritenrollen nicht so leicht definiert. Am kommenden Sonntag gastiert zum Beispiel der Tabellenzehnte in der Hermann-Keßler-Halle. Favoritenstatus: ungeklärt.

Für die Eigner Angels spielten:
Asha Thomas (9/1 Dreier ), Shereen Sutherland (4 ), Mona Berlitz (1 ), Elina Koskimies (2 ), Sami Hill (8), Marina Dzinic (2) , Mariam Hasle-Lagemann, Anissa Pounds (21/ 5), Bianca Helmig (3/1).
Freiwurfquote: 10/12 (83 %)
Dreierquote: 7/22 (31%)
Rebounds: 28
Bei den Stars waren am erfolgreichsten:
Colley (19 / 3), Kiss-Rusk (18), Tavic (13/2)
Freiwurfquote: 18/22 (81 %)
Dreierquote: 11/24 (45%)
Rebounds: 30